Am Vergangenen Donnerstag (05.11.) fand beim FC Nöttingen die Mitgliederversammlung in der vereinseigenen Panoramahalle statt. Nach der Begrüßung der anwesenden Mitglieder durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Steimle wurde zunächst der verstorbenen Mitglieder aus dem Jahr 2026 in einer Schweigeminute gedacht. In der 90-minütigen Sitzung wurden anschließend die wichtigsten Themen rund um den FCN besprochen.
Das Wichtigste vorab: Sowohl der Aufsichtsrat (Jürgen Steimle und Natalie Weidlich) als auch der Vorstand (Dirk Steidl) wurden von den Mitgliedern einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt wurden Volker Egel und Oliver Gießinger für den Bereich der „Internen Revision“. Der FC Nöttingen setzt damit auf Kontinuität und bleibt auf Führungsebene gut aufgestellt.
In seinen Ausführungen zum sportlichen Bereich, verschwieg Dirk Steidl nicht, dass er mit der derzeitigen sportlichen Situation weder bei den Oberliga-Fußballern noch bei den Basketballerinnen von den Rutronik Stars Keltern zufrieden ist. Vom Klassenerhalt bei den Fußballern ist der Vereinschef allerdings überzeugt. Sollte es dennoch zum Abstieg kommen, wäre das kein Weltuntergang. „Dann erfinden wir uns eben neu, setzen auf unsere Jugendspieler und greifen wieder an.“
Ganz anders sieht es bei den Junioren des FC Nöttingen aus. Natalie Weidlich riss in ihrer Ansprache noch einmal die wichtigsten Erfolge der vergangenen Saison an: Von vier Kreispokalendspielen mit Nöttinger Beteiligung gewann der FCN gleich drei. Nachdem die U19 den Aufstieg in die Oberliga im vergangenen Jahr knapp verpasst hatte, nimmt sie nun einen erneuten Anlauf. Sowieso belegen aktuell alle Juniorenteams Spitzenplätze in den jeweiligen Ligen. Neu formiert wurde eine U10-Mannschaft beim FC Nöttingen, welche ebenfalls erfolgreichen und sehr ansehnlichen Fußball spielt. Ein Highlight dieser neu gegründeten Juniorenmannschaft war das kürzlich abgehaltene U10-Leistungsturnier, bei dem die Lila-Weißen in einem Teilnehmerfeld mit namhaften Gegnern wie zum Beispiel der KSC, 1.FC Kaiserslautern, SV Elversberg oder Waldhof Mannheim einen hervorragenden 3.Platz bei 8 teilnehmenden Mannschaften belegen konnte.
Im finanziellen Bereich bezifferte Dirk Steidl die Verbindlichkeiten des Vereins auf rund 700.000 Euro. Diese werden seit Jahren um 60.000 Euro getilgt. Der Jahresumsatz liege bei 1,325 Millionen Euro.
Ein Dorn im Auge sind Steidl allerdings die noch offenen Schulden gegenüber der Gemeinde Remchingen in Höhe von 161.000 Euro. Hintergrund ist ein Darlehen über ursprünglich 215.000 Euro, das der Verein 2004 im Zuge des Regionalliga-Aufstiegs und des damit verbundenen Stadionausbaus erhalten hatte. Laut Steidl sei damals dem Verein zugesagt worden, dass nach Abschluss der Bauarbeiten dieses Darlehen als verlorener Zuschuss ausgebucht wird. Diese Zusage wird bis heute vom damaligen Bürgermeister und dessen damaligem Kämmerer nicht bestritten. Doch nach einem Wechsel im Gemeinderat gab es für die Ausbuchung des Darlehens keine Mehrheit mehr. „Dies belastet uns bis heute“, sagte Steidl, der weiterhin auf eine Ausbuchung der Schulden hofft. „Es wäre schön, wenn die damalige Zusage eingehalten werden würde.“
Trotz der Verbindlichkeiten schließe der Verein jedes Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null ab. „Ich bin stolz darauf, was wir leisten“, sagte Steidl. Sein großes Ziel bleibt: „Wenn ich 65 Jahre alt bin, soll der Verein schuldenfrei sein.“ Aktuell ist Steidl 55.
Zu jeder Mitgliederversammlung gehören natürlich auch Ehrungen. In diesem Jahr wurden folgende Personen durch Jürgen Steimle sowie den Ehrenpräsidenten Roland Baran geehrt: Die silberne Ehrennadel für 25-jährige Vereinstreue erhielt David Violakis, der beruflich bedingt aber nicht anwesend sein konnte. Als ehemaliger Physiotherapeut des FCN habe er stets für fitte Spieler gesorgt. Auch heute unterstütze er den Verein, wo immer er könne, betonte Steimle.
Mit der goldenen Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Oliver Gießinger ausgezeichnet. Weiterhin hat der FC Nöttingen ab sofort vier neue Ehrenmitglieder: Rolf Dürr, Jürgen Petersohn, Michael Schwarz und Peter Taafel.
Im letzten Tagesordnungspunkt informierte Jürgen Steimle die Mitglieder über die beiden anstehenden Jubiläen im Jahr 2027 der Gemeinde Remchingen (50 Jahre) sowie des Ortes Nöttingen (1200 Jahre). Bei den anstehenden Feierlichkeiten wird sich der FC Nöttingen unter anderem auch beim Festumzug durch Singen als auch bei einer Dorf-Hocketse im Sommer 2027 beteiligen.
Abschließend betonte Jürgen Steimle noch einmal, dass der FC Nöttingen sich trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor auf einem positiven Weg befindet, was Dirk Steidl bestätigte und hierbei vor allem das Ehrenamt hervorhob: „Das Ehrenamt stirbt langsam aus. Doch bei uns wird es noch großgeschrieben. Das ist beeindruckend“, so der Vorstand des FC Nöttingen.


