„Bella, Bella, Napoliiii“, dröhnte es am vergangenen Freitagabend nach dem 5:3-Heimsieg gegen den FSV Hollenbach aus der Kabine des FC Nöttingen. Die Spieler sangen den Gassenhauer von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys lautstark mit und feierten ausgelassen ihren zweiten Sieg in Folge in diesem Jahr in der Fußball-Oberliga.
Bei den Nöttinger Kickern war nach dem zwischenzeitlichen Sprung auf Tabellenplatz drei also alles „bella“ – gut. Ganz so zufrieden war FCN-Sportdirektor Riccardo Di Piazza dennoch nicht. Er kritisierte erneut die fehlende Konstanz über 90 Minuten, hat dafür aber auch eine Erklärung. „Wir sind nach dem KSC II die zweitjüngste Mannschaft der Liga.“ Nach dem großen Umbruch vor der Saison seien Schwankungen aber kaum zu vermeiden. Solange die Ergebnisse stimmen, seien diese auch verschmerzbar.
Klar ist: Nach den beiden Siegen gegen den VfR Mannheim (3:0) und den FSV Hollenbach wollen die Nöttinger auch das dritte Spiel in Serie gewinnen. Die Gelegenheit dazu bietet sich bereits an diesem Freitag, wenn um 19.00 Uhr das Auswärtsspiel beim Tabellenachten Karlsruhe SC II ansteht.
Ist die Partie für Nöttingens Trainer Dennis Will, der durch und durch Pfälzer ist, etwas Besonderes, wenn es gegen einen badischen Gegner geht? Ein bisschen schon, lässt er durchblicken. Schon früher, als er die U17 und die U19 des 1. FC Kaiserslautern trainierte, habe man die Rivalität gespürt. „Bei diesen Spielen waren immer mehr Zuschauer da, die Spannung war größer“, erinnert er sich. Baden gegen Pfalz – da knistert es eben immer wieder. Am Freitag steht allerdings nur ein „kleines Derby“ an, wenn der badische FC Nöttingen auf den KSC II trifft.
Für einige Spieler wird die Partie dennoch besonders sein. Schließlich haben unter anderem Jannis Rabold, Moriz Weißer und Torhüter Thilo Marksteiner eine Vergangenheit im Wildpark. Marksteiner ist derzeit sogar auch als Jugendtorwarttrainer beim KSC tätig.
Obwohl der FCN als Tabellenvierter auf dem Papier als Favorit gilt, sieht Dennis Will das anders. „Der KSC ist die beste Rückrundenmannschaft. Die Spieler trainieren bis zu sechsmal pro Woche, einige sind regelmäßig bei den Profis dabei. Das macht sich natürlich bemerkbar“, so der Nöttinger Trainer. Die Mannschaft sei daher nicht mehr mit jener vergleichbar, gegen die der FCN das Hinspiel mit 4:0 gewonnen hatte.
Für das Derby kann Will auf denselben Kader zurückgreifen wie beim Sieg gegen Hollenbach. Mit der Trainervorgabe, „eine bessere Ballqualität und Intensität als der Gegner“ auf den Platz zu bringen, will Nöttingen auch beim KSC II punkten. Dafür müsse jeder Spieler aber wieder an seine Grenzen gehen, so Will.
Wer weiß – vielleicht schallt dann auch am Freitagabend wieder aus der FCN-Kabine: „Bella, Bella, Napoliiii“.
Am Rande:
Matej Mijic wird den FC Nöttingen nach dieser Saison verlassen und zum Regionalligisten FC-Astoria Walldorf wechseln. Das bestätige am Donnerstag FCN-Sportchef Riccardi Di Piazza. Seit 2024 spielt der 20-jährige Offensivmann für den FCN. In der laufenden Saison kommt der Kicker, der in Wien geboren wurde, auf neun Tore. In der Jugend spielte er bei Austria Wien, ab 2023 in der U19 des 1. FC Kaiserslautern. „Sein Abgang ist ein Verlust, aber wir freuen uns auch, wenn jemand vom FCN den Sprung in die Regionalliga schafft“, so Di Piazza.
Text: Dominique Jahn (Pforzheimer Zeitung vom 12.03.26)


