Der FC Nöttingen bleibt im Kalenderjahr 2026 in der Oberliga unbesiegt. Nach dem hauchdünnen 2:1-Erfolg gegen den FC 08 Villingen am Gründonnerstag vor 312 Zuschauern in der Kleiner-Arena lautet die Erfolgsbilanz nun fünf Siege, ein Remis. Lohn für die Lila-Hemden ist (vorübergehend) Tabellenrang drei.
Chefcoach Dennis Will, der nach beruflich bedingtem Fehlen gegen den SSV Reutlingen nun wieder an der Seitenlinie stand, veränderte die Startformation auf zwei Positionen. Der 39-jährige Übungsleiter schenkte Rafail Savvidis und David Zenner anstelle von Tasos Leonidis und Jannis Rabold das Vertrauen. Mit vollem Elan und Zielstrebigkeit legte der FCN los. Er attackierte die Südbadener mit fünf Mann am gegnerischen Strafraum. Nach Pass von Stefan Zimmermann zog Felix Waldraff in der sechsten Minute rechts am Kasten vorbei. Mit starken Balleroberungen im Mittelfeld von Florian Krajinovic, Khery Hamka und David Zenner hatten die Gastgeber alles im Griff und bauten enormen Druck auf. Beim südbadischen Pokalsieger von 2024 verlor dann in der 25. Minute Andrea Hoxha, die Nerven: Am eigenen Fünfmeterraum passte er mustergültig zu Hamka. Nöttingens Nummer 21 spielte dann elegant den Torwart aus und schob zur Führung ein.
Nur 240 Sekunden später demonstrierten die Lila-Hemden spielerische Fähigkeiten. Ein gefühlvoller Chipball in Kimmich-Manier, von Hamka landete bei Kapitän Zimmermann, der am Fünfmeterraum quer legte, worauf Salvatore Catanzano seinen 13. Saisontreffer schoss. FCN-Trainer Will sprach in der Pressekonferenz für die erste Hälfte von einem „absoluten Topspiel“. Will führte aus: „Das war die beste Halbzeit, seit ich hier bin. Wir hatten alles im Griff, eine gute Kontrolle und waren stark im Gegenpressing.“
Allerdings mussten die Gastgeber in der zweiten Minute der Nachspielzeit des ersten Spielabschnitts einen bangen Moment überstehen: Matthes Glück zirkelte einen Distanzschuss aus 18 Metern an den Pfosten.
Wie verwandelt kamen dann die Villinger zur zweiten Hälfte aus der Kabine. Coach Matthias Uhing sprach später von Plan B. „Höhere Intensivität, mehr Aggressivität“.
Gesagt getan. Eine maßgeschneiderte Flanke von Kevin Müller setzte Fabio Pfeifhofer nach drei Zeigerumdrehungen haarscharf per Kopf über das Tor. Einen gefährlichen Schlenzer von Kevin Müller (51.) lenkte der souveräne FCN-Goalie Thilo Marksteiner über das Gehäuse. Sechs Minuten später war die Nöttinger Nummer eins jedoch geschlagen. Nach einer Ecke von Georgios Pintidis köpfte Pfeifhofer aus kurzer Distanz zum 1:2 ein.
Die Partie wurde immer intensiver und von beiden Seiten nickliger geführt. Kämpferische Elemente waren Trumpf. Villingens Christian Derflinger probierte es immer wieder mit dem linken Fuß, fand aber in FCN-Keeper Marksteiner seinen Meister. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe kam Catanzano im Strafraum zu Fall – für Schiedsrichter Niklas Pfau (SV Oberachern) kein Grund für einen Elfmeterpfiff.
In den Schlussminuten warfen die Villinger nochmal alles nach vorne, aber die Nöttinger brachten den Vorsprung mit Geschick ins Ziel. 08-Coach Matthias Uhing war etwas traurig, nicht einen Punkt mitnehmen zu können. Seiner Elf zollte er dennoch Lob. Kollege Will sprach von einem verdienten Nöttinger Sieg, räumte aber ein, dass die „Härte der Villinger in Abschnitt zwei“ Probleme machte. „Das Spiel war dann etwas wild“, so Nöttingens Coach.
Text: Carsten Knöller (Pforzheimer Zeitung vom 03.04.2026)


