Der FC Nöttingen belegt in der Fußball-Oberliga den vorletzten Tabellenplatz: Platzt im Kellerduell am Samstag beim TSV Essingen endlich der Knoten?
Sechs Niederlagen in Folge – kippt beim FC Nöttingen so langsam die Stimmung? „Es war schon schlimmer in Nöttingen“, sagt Sportdirektor Riccardo Di Piazza. Die Fans würden sehr wohl wahrnehmen, dass die Mannschaft von Trainer Dennis Will trotz der Negativserie keineswegs schlecht spielt. Der FCN sei seinen Gegnern auch nicht hoffnungslos unterlegen, erspiele sich zahlreiche Chancen – und stehe am Ende dennoch häufig mit leeren Händen da.
Von einer Trainerdiskussion will Di Piazza deshalb nichts wissen. „Früher wurden in Nöttingen mit nur drei Punkten schon mal die Trainer entlassen“, erinnert sich der Sportdirektor. Diesmal sei ein Wechsel auf der Trainerbank aber absolut kein Thema. Dennis Will leiste hervorragende Arbeit, zudem stehe die Mannschaft geschlossen hinter ihrem Coach.
„Letzte Saison sind wir mit Dennis Dritter geworden“, blickt Di Piazza zurück. Klar sei deshalb auch, dass die Erwartungen bei dem einen oder anderen Fan vor dieser Runde entsprechend hoch gewesen seien. Doch nach dem großen Umbruch mit 14 neuen Spielern brauche die Mannschaft Zeit, um sich zu finden. „Diese Saison wohl etwas länger“, sagt der Sportdirektor mit einem Augenzwinkern. Auch Dennis Will redet die sportliche Lage nach nur einem Sieg und sieben Niederlagen zum Saisonstart nicht schön. „Wir verschließen die Augen nicht. Die Situation ist natürlich nicht so, wie wir sie uns gewünscht haben“, sagt der 40-Jährige. In Panik verfalle beim FCN aber niemand. Stattdessen arbeite man weiter daran, endlich die Negativserie zu durchbrechen. „Mit einem Erfolgserlebnis wird vieles einfacher. Dann gehen vermutlich auch wieder die Bälle ins gegnerische Tor“, hofft Will. Der zweite Saisonsieg soll deshalb am kommenden Samstag (Anpfiff 14.30 Uhr) im Kellerduell beim TSV Essingen (16. Platz) gelingen. Dem Gastgeber geht es derzeit ähnlich wie dem FCN (17.). In der vergangenen Saison mischte der TSV noch im oberen Tabellendrittel mit und belegte am Ende Rang fünf – nur vier Punkte hinter dem drittplatzierten FC Nöttingen. In dieser Runde läuft es auch bei den Essingern noch nicht rund. Aus den ersten acht Partien holte der TSV lediglich zwei Siege. Das Torverhältnis von 8:15 ähnelt dem der Nöttinger (10:17). Zu Hause verbuchte Essingen bislang einen Sieg und ein Unentschieden, zweimal ging der TSV als Verlierer vom Platz.
„Sie stehen auch mit dem Rücken zur Wand“, sagt Will, der am Samstag „keinen Fußball-Leckerbissen“ erwartet. Dafür rechnet der FCN-Coach mit einem Gegner, der vor allem körperlich dagegenhalten wird: „Sie kommen mit viel Wucht und haben viel Erfahrung.“
„Es wird also Zeit“
Mut macht die Bilanz gegen Essingen allerdings nicht. Von den vergangenen sechs Duellen gewann der TSV drei, dreimal trennten sich beide Mannschaften unentschieden. „In Essingen haben wir noch nie gewonnen. Es wird also Zeit“, sagt Di Piazza.
Personell könnte Will erstmals in dieser Saison dieselbe Startelf aufbieten wie im vorherigen Spiel gegen die Young Boys Reutlingen. Im Tor dürfte erneut David Mitrovic den Vorzug vor Thilo Marksteiner erhalten. Ansonsten stehen nach aktuellem Stand alle Spieler zur Verfügung. Lediglich der eine oder andere Akteur ist leicht erkältet.
Text: Dominique Jahn (Pforzheimer Zeitung vom 24.09.26)


