Was für ein Fußballnachmittag im Panoramastadion: Der FC Nöttingen hat Türkspor Neckarsulm mit 10:0 bezwungen und damit ein eindrucksvolles Ausrufezeichen gesetzt. Nach mehreren Heimspielen, in denen sich der FCN für gute Leistungen nicht ausreichend belohnt hatte, platzte diesmal offensiv endgültig der Knoten.
Dabei benötigten die Gastgeber zunächst etwas Geduld. In den ersten 20 Minuten erspielte sich Nöttingen bereits mehrere Möglichkeiten, ließ diese aber noch ungenutzt. In der 24. Minute eröffnete Kececi den Torreigen. Kronmüller erhöhte in der 35. Minute auf 2:0, nur zwei Minuten später traf Hamka zum 3:0.
Und noch vor dem Pausenpfiff fiel der vierte Treffer: Catanzano traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) zum 4:0. Damit war bereits zur Pause eine deutliche Vorentscheidung gefallen.
Nach dem Seitenwechsel machte Nöttingen dort weiter, wo die Mannschaft aufgehört hatte. Catanzano schnürte in der 50. Minute seinen Doppelpack, Kronmüller erzielte nur zwei Minuten später ebenfalls seinen zweiten Treffer. Savvidis, Kececi und Zenner erhöhten weiter, ehe Schmidt in der 90. Minute den Schlusspunkt zum außergewöhnlichen 10:0 setzte.
Die Tore: 24. Kececi (1:0), 35. Kronmüller (2:0), 37. Hamka (3:0), 45.+2 Catanzano (4:0), 50. Catanzano (5:0), 52. Kronmüller (6:0), 61. Savvidis (7:0), 66. Kececi (8:0), 86. Zenner (9:0), 90. Schmidt (10:0).
Dennis Will: „Man muss erstmal zehn Tore machen“
FCN-Trainer Dennis Will zeigte sich nach der Partie zufrieden, ordnete den Kantersieg aber zugleich sachlich ein. Seine Mannschaft habe eine „sehr, sehr ordentliche Leistung“ gezeigt. Für ihn war der Auftritt allerdings keine völlige Überraschung: Auch in den vorherigen Heimspielen habe Nöttingen seiner Ansicht nach gut bis sehr gut gespielt. Der entscheidende Unterschied sei diesmal die Chancenverwertung gewesen.
„Am Ende des Tages muss man erstmal zehn Tore machen.“
Trotz des außergewöhnlichen Ergebnisses warnte Will vor übertriebener Euphorie. In der Tabelle liege der FCN weiterhin drei Punkte hinter Neckarsulm. Entscheidend sei deshalb, das positive Signal aus diesem Spiel mitzunehmen und sich konzentriert auf die kommende Aufgabe beim FV Ravensburg vorzubereiten.
Kandazoglu enttäuscht von fehlender Gegenwehr
Deutlich ernüchterter fiel die Analyse von Türkspor-Trainer Hüseyin Kandazoglu aus. Er betonte, dass seine Mannschaft sehr wohl um die Qualität des FC Nöttingen gewusst habe. Der Tabellenplatz des FCN spiegele aus seiner Sicht nicht dessen tatsächliche Stärke wider. Entsprechend habe er seine Mannschaft vor dem Spiel ausdrücklich vor Nöttingen gewarnt.
Umso enttäuschter zeigte sich Kandazoglu darüber, dass sein Team die vorgenommenen Dinge kaum umgesetzt habe. Es habe an Zweikampfverhalten, Gegenwehr und Aufbäumen gefehlt. Gleichzeitig zollte er dem FCN Anerkennung für dessen konsequenten Auftritt.
Nach dem frühen deutlichen Rückstand sei es für seine Mannschaft zunehmend schwieriger geworden, noch einmal zurückzukommen. Auch die Vorgabe in der Halbzeit, zumindest defensiv stabiler zu stehen und das Ergebnis in Grenzen zu halten, konnte Neckarsulm nicht umsetzen.
Für den FC Nöttingen bleibt dagegen ein außergewöhnlicher Fußballnachmittag: 10:0, zehn Tore von sieben verschiedenen Torschützen – und endlich die Chancenverwertung, die Trainer Dennis Will in den vergangenen Heimspielen noch vermisst hatte.
Jetzt gilt es, diesen Schwung mitzunehmen: Am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim FV Ravensburg bereits die nächste anspruchsvolle Aufgabe.


