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Fußball Club Nöttingen 1957 e.V.

Derby! Das schreibt die PZ

Mehr Derby geht nicht im Fußballkreis Pforzheim: FC Nöttingen gegen 1. CfR Pforzheim. Das prestigeträchtige Duell in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg elektrisiert jedes Jahr die Fans in der Region. Wenn an diesem Freitag um 19 Uhr in der Nöttinger Kleiner Arena der Anpfiff ertönt, dürften wieder zahlreiche Fußballbegeisterte ins Stadion strömen. Die Vorfreude ist groß, die Spannung steigt. Die PZ stimmt Sie schon mal auf das Derby ein.

Gibt es einen Favoriten?

Auf dem Papier ist die Sache klar: Der 1. CfR Pforzheim geht mit 17 Punkten als Tabellensechster in die Partie, während der FC Nöttingen mit neun Zählern auf dem vorletzten Platz rangiert. Doch was zählt schon die Tabelle, wenn Derbyzeit ist? „Im Derby ist immer alles offen“, betont CfR-Coach Pablo Gil Sarrión. „Da ist die Tabellensituation egal.“ Auch Nöttingens Trainer Dennis Will lässt die Favoritenfrage kalt. „Vergangene Saison hat uns der CfR die Favoritenrolle zugeschoben. Aber mir ist das auch diese Saison völlig wurscht, wer Favorit sein könnte oder nicht. Wir wollen auf alle Fälle das Heimspiel gewinnen.“

Wie groß ist schon das Derbyfieber?

Die Vorfreude ist längst spürbar. „Der eine oder andere Spieler hatte schon vor der Partie in Ravensburg das Derby im Hinterkopf“, verrät Dennis Will. Nach dem 3:1-Erfolg am vergangenen Wochenende und dem furiosen 10:0-Kantersieg eine Woche zuvor gegen Neckarsulm gehen die Nöttinger nun mit ordentlich Rückenwind in das Duell mit dem Lokalrivalen.

Dennis Will selbst sieht dem Derby allerdings vergleichsweise gelassen entgegen. „Ich bin nicht aus der Region, aber ich weiß, dass viele Leute diesem Spiel große Bedeutung schenken. Und ja, natürlich wird es nicht ein Spiel wie jedes andere sein, wenn am Freitag im Stadion dann nicht nur dreihundert Zuschauer, sondern vermutlich eine vierstellige Zahl an Zuschauern da sein wird. Das lässt einen dann nicht kalt.“ Derbys seien eben etwas Besonderes, „obwohl es auch nur maximal drei Punkte gibt“, so Will.

Für seinen Trainerkollegen Pablo Gil Sarrión ist es dagegen eine Premiere. Der Spanier erlebt sein erstes Derby gegen den FC Nöttingen und ist entsprechend gespannt. „Das wird interessant, mit vielen Emotionen. Ich habe gehört, dass es ein wichtiges Spiel in der Region ist.“ Dann muss der CfR-Coach grinsen: „Man hat das Gefühl, die Leute denken, in dem Spiel gibt es mehr wie drei Punkte zu holen. Auf alle Fälle werden sie ein tolles Spiel sehen.“

Wie sind die Vorzeichen? Was sagen die Trainer über den Gegner?

„Das Spiel kommt zum richtigen Zeitpunkt“, findet Pablo Gil Sarrión. Schließlich haben beide Mannschaften zuletzt wieder in die Erfolgsspur gefunden. Während sein Team nach zwei Siegen in Folge wieder Selbstvertrauen getankt hat, scheint auch beim FC Nöttingen nach einer Durststrecke von sieben Niederlagen in Serie mit zuletzt zwei Erfolgen der Knoten geplatzt zu sein. „Nöttingen ist eine interessante Mannschaft, die zu Unrecht da unten in der Tabelle steht“, sagt Pablo Gil Sarrión. „Sie haben technisch starke Spieler, mit Salvatore Catanzano den Toptorschützen der Liga und sie sind bei Standards brandgefährlich“, warnt der Spanier. Die Nöttinger hätten ihn vor allem beim Spiel gegen die Young Boys Reutlingen beeindruckt: „Das war trotz der Niederlage schon überzeugend.“ Seiner Mannschaft gibt Gil Sarrión deshalb eine klare Marschroute mit auf den Weg: „Wir müssen ruhig spielen, aber gleichzeitig mit viel Intensität auftreten.“

Auf der Gegenseite hat Nöttingens Trainer Dennis Will vor allem die Offensivstärke und die individuelle Qualität des Pforzheimer Kaders im Blick. „Sie sind in der Lage, in jedem Spiel ein Tor zu erzielen“, weiß der FCN-Coach, der seine Mannschaft entsprechend auf den Gegner vorbereiten wird. Zugleich erkennt Will an, dass der Rivale mit den personellen Veränderungen im Sommer bislang besser zurechtgekommen ist: „Den großen Umbruch hat der CfR besser gemeistert als wir – zumindest wenn man auf die Tabelle schaut.“

Wer hat schon das Trikot des Rivalen getragen?

Für Nöttingens Yannick Egle ist es ein ganz besonderes Derby: Erst im Sommer wechselte er vom CfR zum FCN und trifft nun auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen. Salvatore Catanzano ist dagegen schon derbyerprobt und stand bereits zweimal gegen seinen Ex-Verein aus Pforzheim auf dem Platz. Aufseiten des CfR kennen Ken Hauser und Cemal Durmus den Rivalen ebenfalls bestens – beide trugen schon das Trikot des FC Nöttingen.

Wie viele Zuschauer werden erwartet?

Das Wetter soll ja toll werden. Der FCN rechnet deshalb mit 1.000 Zuschauern und mehr. Den bisherigen Zuschauerrekord gab es am 22. April 2016, als 2.760 Fans das torlose Remis im Holzhofstadion verfolgten. Für Aufsehen sorgte damals ein Flitzer auf dem Feld. Beim spektakulären 4:4 (Halbzeit 1:4) am 9. Oktober 2015 in Nöttingen waren es 2.500. Es war das erste Duell der beiden Teams in der Oberliga.

Text: Domique Jahn (Pforzheimer Zeitung)