Unsere Webseite wird aktuell überarbeitet, damit wir Ihnen bald ein noch besseres Nutzererlebnis bieten können.

Fußball Club Nöttingen 1957 e.V.

Da war mehr drin…

In der Fußball Oberliga Baden-Württemberg bleiben nach dem 2:2 zwischen dem FC Nöttingen und dem SSV Reutlingen beide Mini-Rückrundenserien bestehen.

Nach vier Siegen im Kalenderjahr 2026 mussten sich die gastgebenden Lila-Hemden in der Kleiner-Arena vor 498 Zuschauern mit dem Remis begnügen. Die Gäste aus der Achalmstadt – zwei Siege und drei Unentschieden auf dem Jahreskonto – erzielten buchstäblich in der allerletzten Sekunde den Ausgleichstreffer.

Somit endenden für Thomas Herbst, ehemaliger Übungsleiter des CfR Pforzheim und jetziger Betreuer der Reutlinger, die beiden Auftritte im Fußballkreis Pforzheim jeweils mit einem Unentschieden. „Am Mittwoch hatten wir die bittere Pille mit dem späten Ausgleich des CfR zu schlucken, heute hatten wir das glücklichere Ende, was für unsere Moral sehr wichtig ist“, analysierte Thomas Herbst in der Pressekonferenz die 90 Minuten.

Dabei erwischten die Nöttinger einen Traumstart. Gleich die erste Ecke, getreten von Matej Mijic, fand in Stefan Zimmermann einen Abnehmer. Der Kapitän nickte aus zwei Metern mit seinem dritten Saisontor zur 1:0-Führung der Gastgeber ein. Mit schnellen Kombinationen und kreativem Spiel wirbelte die Offensivabteilung des FCN ihre Kontrahenten in der ersten halben Stunde durcheinander. Lohn war das 2:0 in der 18. Minute durch Khery Hamka, der einen starken Steckpass von Matej Mijic, aus sieben Metern vorbei am SSV-Goalie Marcel Binanzer im Gehäuse unterbrachte.

Weitere Chancen, fast im Minutentakt, für die Einheimischen waren die Folge. Nach starkem Zuspiel verpasste in der 23. Minute Top Torjäger Tasos Leonidis die Vorentscheidung. Doch ganz langsam aber fuchsten sich die Reutlinger immer besser ins Spiel und konnten ihrerseits erste Nadelstiche setzen. An der Strafraumgrenze stoppte Khery Hamka den agilen Terry Asare mit einem Schubser. Den direkten Freistoß nagelte Reutlingens Mittelstürmer Marcel Sökler aber in die Mauer.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff nahm die Begegnung nochmals so richtig Fahrt auf. In der 42. Minute durfte die Hundertschaft der mitgereisten Reutlinger Fans erstmals jubeln. Marcel Sökler passte auf den ehemaligen CfR-Aktiven Terry Asare, der ganz trocken mit rechts aus zwölf Metern einnetzte. Zwei Zeigerumdrehungen später fehlte beim Abschluss von Salvatore Catanzano etwas Speed, um den Reutlinger Keeper zu überraschen. Ein weiterer ehemaliger CfR-Akteur, Willie Till Sauerborn, hämmerte in der Nachspielzeit einen Schuss aus 18 Metern ans Lattenkreuz des Nöttinger Gehäuses.

Im zweiten Spielabschnitt hatten die Nöttinger nach drei Minuten etwas Fortune, dass Referee Julian Gumz ein forsches Einsteigen im Mittelfeld von Matej Mijic nur mit Gelb bewertete. „Da hatten wir etwas Glück“, äußerte sich nach Spielschluss FCN-Interimscoach Alex Hoffmann, der zum zweiten Mal in der Saison den verhinderten Chef-Trainer Dennis Will vertrat.

Da sich beide Teams in der Folgezeit immer besser im Mittelfeld neutralisierten, blieben Torchancen bis in die Schlussviertelstunde eher Mangelware. In den letzten Minuten erhöhten die Reutlinger den Druck, so dass sich für die Lila-Hemden etliche Kontergelegenheiten ergaben, die aber ohne Präzision verpufften.

Als alle schon an den knappen 2:1-Heimerfolg dachten, setzte die Herbst-Truppe zum Entsetzen der Gastgeber den Schlusspunkt. Der eingewechselte Maxim Schmalz zog das Leder vor den Nöttinger Kasten. An Freund und Feind vorbei landete die Kugel vor den Füßen von Noah-Elias Maurer, der aus kurzer Distanz, vorbei an Torhüter Thilo Marksteiner, in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand veredelte.

Sehr verärgert zeigte sich FCN-Trainer Alex Hoffmann. „Wir sind mit sechs Mann in der Nachspielzeit im gegnerischen Strafraum und kassieren dann so einen Konter. Das ist schwer zu akzeptieren“, schüttelte der 33-jährige Nöttinger Trainer den Kopf.

Text: Carsten Knöller (Pforzheimer Zeitung vom 29.03.26)