Der FC Nöttingen hat die passende Antwort auf den Dämpfer gegen Tabellenführer VfR Aalen geliefert – und wie. Beim abstiegsbedrohten Türkspor Neckarsulm gewann das Team von Trainer Dennis Will am Samstag souverän mit 4:1 (3:1) und festigte damit Rang vier in der Fußball-Oberliga (48 Punkte).
Dabei waren die Vorzeichen alles andere als angenehm: das dritte Spiel in zehn Tagen, hohe Temperaturen, dazu ein ungewohnter Kunstrasen auf engem Platz. „Es war ein vernünftiger Auftritt zum Abschluss der englischen Woche. Wir hatten das Spiel gegen Aalen noch in den Knochen“, sagte Will. Umso wichtiger sei gewesen, frische Kräfte zu bringen – ein Plan, der aufging.
„Die Jungs, die reingekommen sind, waren frisch.“
Der FCN kam stark in die Partie. Nach einem Eckball brachte Benedikt Fassler die Gäste bereits in der 4. Minute in Führung. „Das 1:0 hat uns in die Karten gespielt“, so Will. In der Folge zeigte sich Nöttingen spielfreudig und effizient – allen voran Tasos Leonidis. Der Torjäger, der nach verletzungsbedingt verpasster Wintervorbereitung zuletzt oft zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, rechtfertigte seinen Startelfeinsatz eindrucksvoll.
In der 16. Minute setzte Jannis Rabold ihn stark in Szene, Leonidis umkurvte den Torwart und schob zum 2:0 ein. Kurz vor der Pause erhöhte er nach Flanke von Marco Manduzio auf 3:0 (31.). „Wir wussten, dass wir ein, zwei Situationen brauchen, um ihre hohe Pressinglinie aufzulösen – das haben wir gut gemacht“, erklärte Will. Allerdings verlor der FCN danach etwas die Kontrolle. „Dann wurden wir ein bisschen gemütlich“, kritisierte der Trainer. Der Anschlusstreffer durch Cristian Giles Sanchez (37.) brachte Neckarsulm zurück ins Spiel – zumindest kurzzeitig. „Das 1:3 war unnötig. Danach mussten wir aufpassen, dass wir nicht noch das 2:3 kassieren“, so Will. Seine Mannschaft verteidigte die Führung jedoch konzentriert.
In der Schlussphase sorgte Albin Sahiti für die Entscheidung. Nach einem Steckpass von Manduzio blieb er vor dem Tor cool und traf zum 4:1-Endstand (90.) – ein Treffer, der dem 2:0 stark ähnelte. Unterm Strich zog Will ein positives Fazit: „Wir sind hingefahren, um zu gewinnen – und haben das souverän gemacht. Die Mannschaft hat die Situation auf dem kleinen Platz und bei den Bedingungen super angenommen.“ Besonders freute ihn der Auftritt von Doppelpacker Leonidis: „Er hatte viele Tore in der Hinrunde, war dann lange verletzt und musste sich hinten anstellen. Aber er hat auch in den Spielen getroffen, in denen er nicht begonnen hat. Dass er jetzt doppelt trifft, freut mich für ihn und die Mannschaft.“
Text: Johannes Rose (Pforzheimer Zeitung vom 12.04.26)


