TSV Essingen – FCN 2 : 1 (2:1)
Der Fußball-Oberligist FC Nöttingen hat die siebte Pflichtspielniederlage in Serie kassiert. Beim TSV Essigen verlor das Team von Trainer Dennis Will mit 1:2. Eigentlich ist Fußball ein komisches Spiel. Wenn ein Team – nahezu seit Wochen – alles auf dem Platz zeigt, was es kann, dafür aber leider wenig Fortune und Zählbares erntet, dann ist das die derzeitige Situation des FC Nöttingen. So hat es an diesem Wochenende leider wieder nicht gereicht: Dabei hatte es für die Mannen von Trainer Dennis Will doch eigentlich ganz gut angefangen. Denn bereits mit der ersten nennenswerten Aktion vor dem Gastgeber-Gehäuse brachte Salvatore Catanzano den FC Nöttingen in der fünften Spielminute in Front.
Aber eben nur eigentlich ganz gut, denn schon rund 15 Minuten später hatte sich das Blatt gewendet und die Heimelf von Essingen führte ihrerseits mit 2:1 Toren. Was war da passiert? „Leider hat uns die Führung nicht die Sicherheit gegeben, die wir gebraucht hätten“, analysiert Dennis Will, So ging dem Ausgleich durch einen Elfmeter eine Situation voraus, in der die Nöttinger Defensive einen Freistoß nicht gut klären konnte, Essingen schneller schaltete und die Nöttinger sich im eigenen Sechzehner nur durch eine Grätsche zu helfen wussten – Foul, Pfiff, Tor. Schlimmer noch der Ablauf beim Rückstand: „Durch einen unnötigen Ballverlust laden wir hier den Gegner zu einem Kontertreffer ein“, ärgert sich der Coach. Eine für ihn für die erste Hälfte symptomatische Szene. „Wir haben es nicht geschafft, bei eigenem Ballbesitz ausreichend Druck auf den Gegner auszuüben.“ Essingen konnte sich immer wieder einfach und mit langen Bällen seinerseits befreien – und diese sogar vorne festmachen und agieren.
Besser dann die zweite Hälfte. „Hier hatten wir wieder mehr Kontrolle und je länger das Spiel dauerte, war zu merken, dass wir auch physisch besser als der Gegner waren.“ Einziges Manko: Sein Team hat es nicht geschafft, „aus dem hohen Maß an Ballbesitz um und in der gegnerischen Box hochkarätige Chancen herauszuspielen“. Dazu kommt, dass „wir in einigen Szenen nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben“. Aber, und auch das ist für den Nöttinger Coach ein Fakt: „Wir werden zwangsläufig gewinnen, wenn wir Leistungen wie die in dieser zweiten Hälfte gezeigte dauerhaft abrufen.“
Und von noch etwas anderem ist er überzeugt – von der Qualität seines Teams. Rein von den Ergebnissen und der Punkteausbeute gebe es nichts zu beschönigen. „Dennoch haben wir das Potenzial für einen Turn-Around.“ In den wenigsten Spielphasen oder gar kompletten Partien hat Will sein Team als das schlechtere erkannt. Das sieht auch Sportdirektor Riccardo Di Piazza so. Fußball ist eben manchmal auch ein komisches Spiel. Eigentlich …
Text: Ralf Bachmayer (Pforzheimer Zeitung vom 27.09.26)


