Für Fabian Himmel, Fußball-Trainer des SV Oberachern, ist der 1:0 (0:0)-Erfolg beim FC Nöttingen nicht der Himmel auf Erden. Und für Dennis Will, den Coach des unterlegenen gastgebenden Oberligisten, bedeutet die Niederlage noch lange nicht die Hölle.
Dabei könnte Himmel himmelhoch jauchzen. Denn: Die Elf aus dem Ortenaukreis hat noch nie einen solchen Superstart mit vier Siegen in vier Spielen in 13 Jahren Zugehörigkeit zur höchsten Fußballklasse im Land hingelegt. „Das ist eine schöne Momentaufnahme. Ich bin dankbar, so was erleben zu dürfen“, meint er bescheiden. Unterdessen tröstet sich Dennis Will mit der Gewissheit: „Wir werden auch wieder Spiele gewinnen.“ Drei Niederlagen am Stück können die Remchinger nicht so schnell aus der Bahn werfen.
Unterschiedliche Sichtweisen
Am Samstag liefern die Nordbadener den Südbadenern ein Duell auf Augenhöhe und hätten zumindest einen Punkt verdient. Spielentscheidende Situation ist ein umstrittener Foulelfmeter in der 61. Minute.
Die beiden Protagonisten schildern der PZ die Situation völlig unterschiedlich. Anes Vrazalica, 29-jähriger in Freiburg geborener Montenegriner in Diensten des SVO, beteuert: „Der Nöttinger Torwart stürmt heran, trifft mich am Fuß und bringt mich zu Fall.“ Er verwandelt selbst den Strafstoß. Ganz anders Thilo Marksteiner, 23-jähriger Schlussmann des FCN: „Ich spiele zuerst den Ball.“ Zudem ärgert er sich: „Wir hatten die besseren Torchancen und waren spielerisch besser.“
Eine Großchance von Julian Bürkle (14. Minute) für die gegenüber der letzten Oberliga-Partie auf fünf Positionen umgestellten Nöttinger, auf Vorarbeit von Ersatz-Kapitän Oguzhan Kececi, und zwei Eckbälle der Gäste sind die einzigen nennenswerten Aktionen im ersten Durchgang.
Dafür geht es nach der Pause richtig zur Sache. Bürkle setzt sich gegen drei Kontrahenten durch, sprintet mit dem Leder am Fuß über den halben Platz und knallt freistehend am freien linken Eck vorbei (56.).
Potenzial aufgezeigt
Richtig turbulent wird es nach dem einzigen Treffer. Kurz danach ist fast das 0:2 fällig (63.) als Mike Manegold den Nöttinger Keeper zu einer Glanztat zwingt und nach der folgenden Ecke Marksteiner erneut rettend eingreifen muss. Dann hämmert Nöttingens Rückkehrer und Ex-Drittligaspieler Enes Tubluk den Ball an den Pfosten (65.).
Auch in der hektischen Schlussphase geht es bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit hinein hüben wie drüben gefährlich und hektisch zur Sache.
Die beiden jüngsten brandaktuellen Zugänge, Enes Tubluk (26) und der Kroate Antonio Babic (22), deren Trikots noch nicht einmal mit ihren Namen beflockt sind, lassen schon mal ihre Klasse aufblitzen. „Ich bin froh, dass sie da sind“, sagt Will.
Gut möglich, dass sie am Freitag, um 17.30 Uhr, für Nöttingen in Holzhausen in der Startelf wieder (Tubluk) und erstmals (Babic) auflaufen.
Text: Bruno Knöller (Pforzheimer Zeitung vom 30.08.26)
Foto: Ralf Becker


