Der Tabellenvierte der Fußball-Oberliga verliert sein Heimspiel gegen die TSG Backnang mit 1:3.
Thilo Marksteiner hatte es kommen sehen. Nach gut einer halben Stunde, in der sein Team wenig zustandegebracht hatte, stauchte der Keeper des FC Nöttingen seine Vorderleute bei einer Ecke vehement zusammen: „Fahren wir jetzt wieder hoch? Das ist zu wenig, viel zu wenig!“ Kurz darauf stand es 0:1 für den Gast aus Backnang, der im Spiel der Fußball-Oberligaam Ende mit 1:3 die Oberhand behalten sollte: Nach Flanke von Lukas Glaser traf Lorenz Ender per Kopf (33.).
Bis zur Halbzeit neutralisierten sich beide Teams in einer schwachen Partie weitgehend. Der FCN, der am Mittwoch die Vertragsverlängerungen von Jannis Rabold und Benedikt Fassler um je zwei Jahre bekanntgab, leistete sich ungewohnt viele Fehlpässe und unnötige Ballverluste.
Nur zweimal kam es zu Torraumszenen im Strafraum der TSG: zu Beginn, als Matej Mijic an Backnangs Keeper Yusuf Tirso scheiterte (7.), und kurz vor der Pause, als Salvatore Catanzano sich mit einer Körpertäuschung in eine optimale Schussposition brachte und abzog. Doch Tirso lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte (44.).
Im zweiten Durchgang begann der FCN besser und Mitic traf den Außenpfosten (49.). Besser machte er es sechs Minuten später, als er aus abseitsverdächtiger Position eine Ablage von Stefan Zimmermann im Netz unterbrachte und seinen 13. Saisontreffer erzielte. In der Folgezeit fand der FCN im Fernduell um Platz drei mit Essingen zu selten ein Mittel gegen die abstiegsgefährdeten Backnanger, die mit einfachen Mitteln Erfolg hatten: „Die schlagen nur lange Bälle und machen ihre drei Tore nur, weil wir nicht besser verteidigt haben“, ärgerte sich FCN-Verteidiger Felix Waldraff. Er meinte vor allem das 1:2, als Vincent Sadler am zweiten Pfosten blank stand und eine Hereingabe von Ender nur einzuschieben brauchte. „Das Gegentor dürfen wir einfach nicht bekommen“, ärgerte sich auch FCN-Coach Dennis Will: „Da waren wir zum wiederholten Male am zweiten Pfosten nicht wach.“
Mit dem 1:3 durch einen Freistoßtreffer von Ali Ferati war die Partie entschieden (88.) – und der Nöttinger Trainer bedient: „Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir das Spiel verlieren“, sagte Will, dessen Mannschaft zu den spielerisch besten der Liga gehört und sich auch gegen die ruppigen Backnanger nicht von ihrer fußballerischen Grundausrichtung abbringen ließ. „Wir sind nicht geil darauf, hohe Bälle zu verteidigen und zweite Bälle einzusammeln. Aber das gehört zur Entwicklung einer Mannschaft dazu, deswegen reicht es am Ende vielleicht auch nicht ganz für die Ziele, die wir uns gesteckt haben.“
Allerdings wäre auch der vierte Platz in der Endabrechnung mehr, als man sich beim FC Nöttingen vor der Saison ausrechnen durfte – eine Argumentation, die Verteidiger Waldraff indes nach dem Spiel nicht besänftigte: „Wir sind stinkesauer, weil wir unbedingt Platz drei erreichen wollten.“
Text: Christoph Ruf (Pforzheimer Zeitung vom 01.05.2026)


